Tagesseminar: Einführung in Adornos negative Moralphilosophie @ , Dortmund [21. Juli]

Tagesseminar: Einführung in Adornos negative Moralphilosophie


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21.
Juli
11:00 - 19:00

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FH Dortmund, Emil-Figge-Straße 44
Philosophie im Angesicht der Verzweiflung – Einführung in Adornos negative Moralphilosophie

Tagesseminar mit Paul Mentz

“[…] despite the fact that Adorno did not produce a work of moral philosophy, his oeuvre as a whole is driven by an ethical vision, and hence that in order to do justice to his philosophy it is necessary to disentangle and elaborate the always presupposed ethical contours of his thought.“ (J.M. Bernstein)

Der Stellenwert der Moralphilosophie für Adorno lässt sich nicht ohne weiteres beantworten, da dieser selbst keine explizite Ethik ausformuliert hat. Dass Adorno sich den Fragen der Moralphilosophie in zwei Vorlesungen ausführlich gewidmet hat, lässt aber auf die Bedeutung moralphilosophischer Fragestellungen schließen. Ausgangspunkt der moralphilosophischen Reflexionen Adornos ist die grundlegende These der Dialektik der Aufklärung, dass die Emanzipation vom blinden Naturkreislauf und damit die Subjektwerdung des Menschen auf einem Prozess der fortschreitenden Rationalisierung beruht, welcher die Herrschaft über die innere und äußere Natur des Menschen blind reproduziert und so dazu beiträgt, Leid hervorzubringen.

Es stellt sich daher die Frage, wie eine Moralphilosophie auszusehen hat, die angesichts der herrschenden Unfreiheit auf die Herstellung der Autonomie des Subjekts insistiert und zugleich das Einverständnis mit dem Leiden aufkündigt. Eine Moralphilosophie, die den eigenen Anspruch, moralisch zu sein, nicht preisgeben will, muß auf die Verstrickung von herrschender Praxis und herrschender Unfreiheit reflektieren, und dabei festhalten: daß „nur wenn, was ist, sich ändern läßt, ist das, was ist, nicht alles.“ Angesichts der fortschreitenden Geschichte der Herrschaft und des Leidens läßt sich kein positiver Standpunkt der Moralphilosophie ausmachen, denn selbst „was der Mensch an sich sein soll“, läßt sich nicht sagen, da er immer nur das ist, „was er war: er wird an den Felsen seiner Vergangenheit geschmiedet.“ Wie ein freier Mensch wäre, läßt sich nicht antizipieren, so daß keine moralischen Prinzipien aus der inneren Verfaßtheit des Menschen abgeleitet werden können. Das Seminar möchte jene Gedanken Adornos nachvollziehen und entwickeln, die seiner negativen Philosophie der Moral zugrunde liegen, nämlich, dass negative Moralphilosophie keine ethische Konzeption unter vielen ist, sondern Kritik sowohl der Moralphilosophie als auch der Herrschaft und des Leidens, die, gerade weil sie auf die Unfreiheit reflektiert, zugleich auf die Realisierung von Freiheit insistiert und damit einen moralischen Standpunkt einnimmt, ohne diesen positiv zu bestimmen.

21.07.2018 | 11.00 – 19.00 Uhr | Fachhochschule Dortmund, Campus, Emil-Figge-Straße 44 | Raum wird noch bekannt gegeben

Ein Reader mit den für das Seminar vorzubereitenden Texten wird demnächst online gestellt!

Das Seminar wird organisiert von der Initiative für Gesellschaftskritik und findet mit freundlicher Unterstützung des AStA FH Dortmund
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